Ein Autobahn-Ausbau ist nicht alternativlos

Das behaupte nicht ich allein, das sagen fünf Fachleute unterschiedlicher Disziplinen. Wir steirischen Grünen haben die Expert:innen Anfang Februar zu einem Runden Tisch geladen, nachdem die steirische Landesregierung sich weigerte, den Ausbau der A9 Pyhrnautobahn im Süden von Graz mit uns steirischen Grünen zu diskutieren. Der Tenor war eindeutig: Eine Debatte, die sich nur auf den Verkehr konzentriert, greift zu kurz. Es gibt schnell umsetzbare Maßnahmen, um die Verkehrssituation entlang der A9 zu verbessern. Also, wieso viele Millionen in überholte Verkehrskonzepte investieren? 

Runder Tisch zeigt: A9 Ausbau nicht alternativlos

Professor Martin Fellendorf vom Institut für Straßen- und Verkehrswesen der TU Graz, der im Auftrag der Landesregierung eine Studie zur A9 erstellt hat, bestätigte: Zwar könnte der Verkehr auf der Autobahn durch zusätzliche Fahrstreifen kurzfristig flüssiger werden, die Belastung der umliegenden Straßen bliebe jedoch unverändert, wenn südlich von Graz immer mehr zugebaut wird und damit immer mehr Quellen für den motorisierten Individualverkehr entstehen.

Anstatt also die Dimension des Problems noch zu vergrößern – speziell auch was den Bodenverbrauch anbelangt – braucht es ein Maßnahmenbündel: Dazu zählen der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Geschwindigkeitsbeschränkungen und die Einführung einer flächendeckenden LKW-Maut auf Landesstraßen – übrigens eine langjährige Forderung von uns Grünen.

Expert:innen Diskussion zum Nachhören!

Fünf Expert:innen, aus dem Verkehrsbereich, Raumplanung, Klimaökonomie und des Grazer Umweltamts, diskutierten am 2.2.2024 zum A9 Ausbau. Die ganze Diskussion gibt es hier zum Nachhören: Braucht es den Ausbau der A9? Experten fordern mutigere Politik

Landesregierung soll Alternativen beleuchten

Einig war man sich auch darüber, dass es die eine einfache Lösung nicht gibt. Umso notwendiger erachten es die Expert:innen (und wir übrigens auch), dass bei Entscheidungen, die nicht nur erhebliche finanzielle Mittel des Landesbudgets beanspruchen, sondern auch wertvollen Boden verbrauchen, eine fundierte Debatte unabdingbar ist. Solche wichtigen Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen für Mensch und Boden sollten Politiker:innen nicht aus dem Bauch heraus treffen, oder „weil wir das immer so getan haben“: Solche Entscheidungen müssen auf einer fundierten Datenbasis stehen. Es wäre meiner Meinung nach gut, richtig und ein Zeichen von zukunftsgewandter Politik, Expert:innen in den Prozess miteinzubeziehen, wie wir das in kleinem Rahmen getan haben. Daher fordere ich die Landesregierung erneut auf, meinem Vorschlag zu einer politischen Enquete zu dem Thema zuzustimmen. 

Unsere Diskussion hat mir jedenfalls deutlich gezeigt, dass wir eine mutigere und zukunftsfähige Politik benötigen, die über traditionelle Ansätze hinausgehen. Mein Ziel: Eine Verkehrspolitik, die den Menschen schnell hilft, der Umwelt dient und nachhaltig zu einer echten Verkehrswende beiträgt. Dafür werde ich mich auch in Zukunft einsetzen.

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