Es muss sofort reagiert werden: Kinder- und Jugendhilfe

Gefahr in Verzug in der Kinder- und Jugendhilfe in der Steiermark. Im November sorgte ein Hilferuf der Bezirkshauptmannschaft Murtal für Aufsehen. In einem Schreiben an SP-Soziallandesrätin Doris Kampus wurde davon berichtet, dass es einen eklatanten Mangel an Krisenplätzen für Kinder und Jugendliche gibt. Ein Rundruf von mir in anderen Bezirken brachte das selbe Bild: Es gibt immer noch zu wenige Krisenunterbringungsplätze und somit keinen passenden Ort für von häuslicher Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche, auch wenn sie dringend Hilfe bräuchten. 

Ich bin daraufhin aktiv geworden und habe die Landesregierung zu dem Thema befragt. Nun, zwei Monate später, hat sich die Situation nicht geändert. Grund genug den Druck zu erhöhen, denn es müssen JETZT schnelle Schritte gesetzt werden. Alles andere wäre eine Katastrophe für die betroffenen Kinder: sie können nicht aus Gewaltfamilien geholt werden oder werden schlimmstenfalls wieder dorthin zurückgeschickt, wo ihnen Gewalt oder Missbrauch widerfahren ist.

Ist das Kindeswohl gefährdet, muss die Politik handeln. Das ist, glaube ich etwas, was jeder Steirer und jede Steirerin bejahen würde. Aus verschiedenen Gründen ist das momentan in der Steiermark nicht ausreichend der Fall. Es fehlt an Geld, an Personal, an Krisenplätzen. Und das ist nicht nur für die Kinder eine Katastrophe, sondern setzt auch die Betreuuer:innen total unter Druck. Die aktuelle Situation führt zu Überlastung, Frustration und zu Berufsausstiegen – das verschärft die Lage zunehmend.  

Politisch stark machen für steirische Kinder

Die Landesrätin begründet die Entwicklung mit der schwierigen Finanzierung und dem eklatanten Personalmangel. Das halte ich für unzureichend. Die Steiermark – und damit die schwarz-rote Landesregierung – muss sicherstellen, dass unsere Kinder und Jugendliche bestmöglich betreut werden. Für das Wohlergehen und die Sicherheit unserer Kinder dürfen fehlende Ressourcen keine Rolle spielen. Es MUSS das nötige Budget dafür aufgestellt werden. Hier steht die Politik in der Verantwortung. Ebenso ist es ohne Alternative, dass Krisenpflegeeltern, Sozialarbeiter:innen und andere Berufsgruppen in diesem Bereich die nötigen Ressourcen erhalten, um ihre Arbeit bestmöglich verrichten zu können. Diese ist ohnehin schon herausfordernd genug. Auch für genügend Kindeswohlplätze muss gesorgt sein. Hier darf es keine Kompromisse geben. Alles andere können und dürfen wir uns in der Steiermark nicht leisten, denn damit würden wir nicht nur unsere Kinder und Jugendlichen im Regen stehen lassen, sondern auch die Probleme und Kosten in der Zukunft massiv in die Höhe treiben. Denn wir wissen, dass versäumte Hilfe im Kindesalter zu viel unnötigem Leid und Kosten für die Allgemeinheit im Erwachsenenalter führt. Die Antworten der zuständigen Landesrätin Doris Kampus auf all meine Fragen zum Thema waren übrigens äußerst unbefriedigend und intransparent. Deshalb werden wir nicht locker lassen und eine weitere parlamentarische Initiative einbringen, um die Situation in der Kinder- und Jugendhilfe nachhaltig zu verbessern. 

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