Tempo 30 –  für Sicherheit und gutes Klima

Tempo 30 ist in aller Munde. Mit der kürzlich geschafften Novelle der Straßenverkehrsordnung ist jetzt ein wichtiger Schritt Grüner Verkehrspolitik erreicht und eine langjährige Forderung von Städten und Gemeinden umgesetzt. Das ist für mich ein Meilenstein – für mehr Sicherheit und für ein gutes Klima.

Erleichterung für Städte und Gemeinden 

Bereits im Juli 2023 überreichte der Verkehrsclub Österreich Klimaschutzministerin Leonore Gewessler eine Petition. In dieser forderten der Österreichische Städtebund sowie 237 Gemeinden und Städte die Bundesregierung dazu auf, die Straßenverkehrsordnung so zu ändern, dass Gemeinden und Städte ohne Hürden Tempo 30 umsetzen können. Das ist nun gelungen.

Tempo 30: mehr Sicherheit in der Steiermark

Jedes Jahr sterben unzählige Menschen im Straßenverkehr und sehr oft ist zu hohe Geschwindigkeit der Grund für die Unfälle. Tempo 30 statt Tempo 50 kann im Ortsgebiet viele Unfälle verhindern. Das führt nachweislich zu weniger Unfallopfern, weniger schlimmen Verletzungen oder gar Verkehrstoten. Denn nicht nur die Anzahl, sondern auch die Schwere der Unfälle sinkt bei Tempo 30 deutlich.

Ein gutes und sicheres Miteinander im Straßenverkehr muss sich meiner Meinung nach an den „verletzlichsten“ Verkehrsteilnehmer:innen orientieren. Viele Faktoren sind dafür verantwortlich, dass auch für Fußgänger und Radfahrerinnen ein sicheres und rasches Vorankommen ermöglicht wird. Neben einer gerechteren Verteilung des zur Verfügung stehenden Platzes in Form von Rad- und Fußwegen spielt die zulässige Höchstgeschwindigkeit speziell in Ortsgebieten eine besonders wichtige Rolle. 

Erfreulicherweise steigen immer mehr Menschen aufs Rad um. In Graz nutzen bereits 25% das Fahrrad für ihre täglichen Wege – siehe Fahrradoffensive. Tempo 30 ist ein wesentlicher Faktor für mehr Sicherheit für Radfahrende: Denn bei dieser Geschwindigkeit „schwimmen“ die Fahrräder quasi mit dem Autoverkehr mit. Bei annähernd gleichem Tempo kommt es zu weniger Überholmanövern von Autos, die – wie ich aus eigener Erfahrung weiß – oft gefährlich knapp an Menschen am Fahrrad vorbeizischen.

Tempo 30: weniger Schadstoffe, weniger Lärm

Denn Tempo 30 sorgt nicht nur für mehr Sicherheit auf den Straßen, sondern auch für weniger Schadstoffe, weniger Lärm, gesündere Luft, mehr Lebensqualität, weniger Energieverbrauch und ein besseres Miteinander und damit in jeder Hinsicht für ein besseres Klima für uns alle. Graz setzt bereits sein mehr als 30 Jahren auf Tempo 30: Tempo 30 funktioniert

Tempo 30: positiver Einfluss auf das Mobilitätsverhalten

Woran man im ersten Moment vielleicht nicht gleich denkt: Mittelfristig verändert ein geringeres Tempolimit in Städten und Gemeinden auch das Mobilitätsverhalten der Menschen. Der Tempo-Unterschied zwischen dem Auto und Öffis oder dem Fahrrad reduziert sich und dadurch werden die Alternativen zum Auto attraktiver. Und für öffentliche Verkehrsmittel können natürlich vor allem auf den Hauptrouten auch Ausnahmeregelungen gemacht werden. 

Insgesamt wird mit der Novelle also ein deutlicher Schritt in Richtung einer zukunftsfähigen und menschenfreundlichen Mobilität gesetzt. Dafür stehen wir Grüne und daran arbeiten wir jeden Tag: eine gute Zukunft für uns alle. 

Mehr Infos:

VCÖ: Welchen Nutzen hat Tempo 30?

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